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Ein Jahr Kathi’s Picture – Schön, dass du da bist! Am 15. August wird Kathi’s Picture offiziell ein Jahr alt!

Du willst wissen, wie aus Volkshochschulkursen, Fehlkäufen und ganz viel Herzblut Kathi’s Picture entstanden ist? Schnapp dir einen Kaffee und lies meine ganze Geschichte:

So schnell ist ein Jahr schon rum *Wahnsinn*. Ich kann mich noch daran erinnern, wie das alles angefangen hat. Vor exakt einem Jahr saß ich ebenso an meinem Laptop, an demselben Platz im Wohnzimmer, und habe gegoogelt, was alles nötig ist, um eine Selbstständigkeit als Fotografin im Nebenerwerb anzumelden. Gut, ehrlich gesagt saß ich schon eine ganze Weile vorher im Internet und habe recherchiert.

Wollt ihr die Geschichte von Anfang an hören?

Ein klein wenig habe ich in meinem vorherigen Blog ja schon darüber berichtet, wie ich überhaupt zur Fotografie kam und wie ich darauf kam, überhaupt ein Gewerbe anzumelden. Es vergingen anderthalb Jahre, bis ich mich letztendlich darauf eingelassen habe.

Die Fotografie habe ich schon immer geliebt. Als ich dann mehr und mehr Feedback bekam, dass meine Fotos total schön aussehen, und mich immer mehr Menschen darauf ansprachen, dass ich daraus doch etwas machen sollte, habe ich lange gesagt:

„Nö, da verdiene ich nicht viel und das Risiko als Neuling ist mir zu groß.“

Das Thema an sich hat mich aber schon sehr interessiert, zumal ich das Hobby schon immer toll fand.

Der erste Schritt: Ein Kurs an der VHS

Da das Thema mich einfach nicht in Ruhe gelassen hat, suchte ich im Internet nach Fotokursen, um etwas tiefer in die Materie einzutauchen. Ich muss dazu sagen, dass ich bis dahin wirklich nur mit dem Handy fotografiert habe. Ich kannte keine einzigen Kameraeinstellungen, wusste nicht, was ISO eigentlich bedeutet oder was andere Begrifflichkeiten heißen.

Im Netz wurde ich schließlich fündig und entdeckte einen Kurs an der Volkshochschule: Fotografieren mit dem Smartphone für Einsteiger, vier Stunden an einem Nachmittag unter der Woche. Für mich als Anfängerin war dieser Kurs richtig gut. Wir bekamen alle ein Skript, das man für kleines Geld mitnehmen konnte.

Wir lernten zum Beispiel:

  • Schärfentiefe: Dass der Hintergrund weicher wird, wenn man etwas Abstand zum Motiv hält.
  • Porträts: Was passiert, wenn man zu nah dran steht und sich das Gesicht verzerren kann.
  • Blende: Was sie bewirkt und wofür sie da ist.

Ich habe diese Lektüre mit nach Hause genommen, rauf und runter gelesen und jede Menge ausprobiert. Das Thema Blende hat mich zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht direkt weitergebracht, da mein Smartphone die Blende gar nicht so verstellen konnte, wie es in der Anleitung stand. Das hat mich ein wenig geärgert, aber ich wäre nicht Kathi, wenn ich nicht weiterforschen würde.

Bücher, veraltete Technik und neue Wege

Ich kaufte mir also ein Buch über Fotografie für Einsteiger das wirklich sehr zu empfehlen ist. Vieles bezüglich der manuellen Kameraeinstellungen konnte ich mit dem Handy zwar immer noch nicht umsetzen, aber Dinge wie die Bildgestaltung, die Drittelregel oder das Spiel mit der Schärfentiefe klappten schon sehr gut. Die wichtigen Sachen wie Belichtung, Blendenöffnung, Messfelder oder Langzeitbelichtung gingen aber leider nicht.

Also holte ich meine kleine Bridgekamera aus ihrem Versteck und versuchte, die Themen aus dem Buch damit umzusetzen. Das klappte schon etwas besser, allerdings war die Technik dieser Kamera bereits so veraltet, dass die Bilder beim Auslesen sehr verrauscht waren. Auch die Belichtung ließ sich nicht vernünftig einstellen.

Ich gehe ja sehr oft im Wald bei mir um die Ecke fotografieren, und gerade dort braucht eine Kamera einfach viel Licht. Im Grunde konnte ich bis dahin aber schon sehr viel lernen und testen. Ich bekam wieder liebe Komplimente für meine Fotos, was mich riesig gefreut hat.

Die erste Erfahrung mit Menschen vor der Kamera

Ich wollte unbedingt mehr sein als nur eine Anfängerin. Schon als junges Mädchen habe ich davon geträumt, eine eigene Spiegelreflexkamera zu besitzen. Dass sich dieser Traum schon bald erfüllen würde, wusste ich da noch nicht.

Ich meldete mich für einen zweiten Kurs an der Volkshochschule an. Den Technikkurs für Anfänger hatte ich leider verpasst und musste daher direkt einen Schritt überspringen. Da dort schon Teilnehmer mit neueren Kameras und Spiegelreflexkameras saßen, war der Kurs mit meiner alten Bridgekamera recht schwierig für mich. Ich konnte beim anschließenden Fotowalk kein Objektiv tauschen, um mitzuhalten, und eine richtige Schärfentiefe war mit dem kleinen Sensor schlicht nicht möglich. Es hat aber trotzdem großen Spaß gemacht und mich wieder ein Stück weitergebracht. Ich übte fleißig weiter, testete Perspektiven, machte die Übungsaufgaben aus dem Buch und war viel auf Tour.

Dann stand eine Feier bei uns im Schützenverein an und mein Papa fragte mich, ob ich Fotos machen könnte. So sammelte ich meine ersten Erfahrungen in der Peoplefotografie. Einige Fotos sind für den Anfang ganz gut geworden, andere leider nicht so. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich mich in dieser Art der Fotografie noch nicht wirklich sicher gefühlt habe. Ich war noch nicht bereit dazu, den Leuten hinterherzulaufen, um sie abzulichten.

Das klingt vielleicht lustig, aber es möchte eben nicht jeder fotografiert werden. Für mich fühlte es sich noch nicht richtig an, einfach weil mir durch die fehlende Erfahrung die Sicherheit fehlte. Bis dahin hatte ich schließlich immer nur Blümchen, Tiere und meine Katze vor der Linse.

Der Wunsch nach dem richtigen Werkzeug

VHS Porträt-Fotokurs

Ich meldete mich also für den nächsten Volkshochschulkurs an, und zwar bei demselben Dozenten aus dem ersten Kurs, bei dem ich schon so viel Fachwissen mitnehmen konnte. Diesmal ging es um Porträtfotografie. Ich wusste ehrlich gesagt vorher gar nicht, wie viele verschiedene Genres es in Bereich Fotografie überhaupt gibt.

Den Kurs versuchte ich wieder mit der kleinen Bridgekamera zu absolvieren. Wir lernten viel über Optik, Belichtung und den gezielten Einsatz von Licht. Ich war mal wieder begeistert, wie toll der Kurs geleitet wurde. Was mich jedoch richtig frustrierte, war die Tatsache, dass meine Kamera die Funktionen für eine schöne Porträtgestaltung einfach nicht hergab.

Das hat mich bis zum nächsten Morgen so geärgert, dass ich früh um acht bei MediaMarkt in Hofstede angerufen habe, um zu fragen, ob mein Wunschmodell auf Lager war. Ich hatte mich im Vorfeld schon gründlich informiert, welche Kamera für mich in Frage kommen wird. Ich hatte Glück, denn die Canon war als Ausstellungsstück da. Mein Herz hat gestrahlt.

Nach der Arbeit fuhr ich sofort hin, um meinen neuen Schatz abzuholen. Da ich immer noch blutige Anfängerin war, fragte ich den Verkäufer, welche Objektive für den Anfang am besten wären. Er fragte mich, was ich am liebsten fotografiere. Da stand ich nun, etwas ratlos, weil ich es selbst noch gar nicht so wusste. Also sagte ich:

„Tiere, Natur, Landschaften und was es sonst noch so gibt.“

Er verkaufte mir eine Festbrennweite mit 50 mm und ein Zoomobjektiv mit 100 bis 400 mm. Strahlend wie eine kleine Prinzessin auf der Erbse, bin ich mit meiner neuen Ausrüstung nach Hause gefahren.

Ich muss dazu sagen, dass ich durch das Smartphone und die Bridgekamera sehr beim Zoom verwöhnt war. Als ich das neue Objektiv zu Hause an die Kamera schraubte, ging das Theater los. Die technischen Einstellungen verstand ich zwar schnell, aber der Zoom war völlig anders als gewohnt. Ich kam am Anfang überhaupt nicht mit dieser Technik klar. Warum muss man beim Teleobjektiv so weit wegstehen, um etwas scharf zu stellen? Was bitte ist eine Naheinstellgrenze? Jetzt hatte ich eine tolle Kamera, aber die Objektive passten gefühlt überhaupt nicht zu meinem Fotostil. *Unfassbar*.

Weiterlernen auf YouTube und der Fotoclub ObjektivArt´96 in Witten

Für mich stand fest, dass ich erst einmal keinen weiteren Volkshochschulkurs dazu machen wollte. Meine Weiterbildung ging stattdessen auf YouTube weiter. Dort gibt es wirklich viele fantastische Videos für den Einstieg, die mir extrem geholfen haben. Nun hatte ich mir meinen Traum erfüllt und der Weg war geebnet. Ich hatte Kurse besucht, mein Buch durchgearbeitet und jede Menge gelernt, nur der Bereich der Peoplefotografie fehlte mir noch.

Da ich durch meine Spanischkurse ohnehin Stammgast an der Volkshochschule bin, belegte ich noch einen Kurs zum Thema Social Media und lernte, wie man Instagram sinnvoll nutzen kann. Das Schicksal meinte es richtig gut mit mir, denn ich lernte dort jemanden kennen, der in einem Fotoclub ist. Er erzählte mir so viele spannende Dinge darüber, dass ich den Club am Ende interessanter fand als den eigentlichen Kurs.

Der Fotoclub heißt ObjektivArt96 und hat seinen Sitzt in Witten, also ganz in meiner Nähe. Im Herbst 2024 bin ich beigetreten und es war die beste Entscheidung, die ich für meine Fotografie treffen konnte. Hier lernte ich die Fotografie von Grund auf richtig und konnte gezielt Fragen stellen. Wir machen im Club auch regelmäßige Kurse in verschiedenen Bereichen, die ich natürlich genutzt habe. Zum Beispiel gab es einen Porträtkurs über Studiofotografie und die richtige Lichtsetzung *super spannend*. Und wenn man das richtige Equipment hat, ist das auch gar nicht so schwer das gelernte umzusetzen.

Es gibt verschiedene Gruppen, gemeinsame Fotowalks und wir haben sogar die Möglichkeit, unsere Bilder wechselnd in der Wittener Galerie auszustellen. Aber über den Fotoclub möchte ich unbedingt noch einen ganz eigenen Blogbeitrag schreiben.

Der Schritt ins Nebengewerbe

Die Zeit verging wie im Flug und der Schritt in die Nebenerwerbsselbstständigkeit rückte immer näher. Die ersten Leute fragten mich bereits für Hochzeiten an. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich aber noch nicht bereit, so etwas Großes allein zu begleiten. Mir fehlten schlichtweg die Erfahrung und das passende Equipment. Für so eine enorme Verantwortung war ich mir noch zu unsicher.

Mir ging aber durch den Kopf, dass es für Eventfotografie ohnehin besser ist, ein offizielles Gewerbe anzumelden. Ich fing an, mich intensiv damit zu beschäftigen:

  • Welche Voraussetzungen gibt es?
  • Darf man als ungelernte sich überhaupt als Fotografin bezeichnen?
  • Muss man Zertifikate oder andere Weiterbildungsmaßnahmen vorweisen?
  • Welche Unterlagen werden benötigt?
  • Wie kalkuliert man die Preise?
  • Brauche ich eine Versicherung?
  • Wo muss ich mich überall wo anmelden?

Nach reichlicher Recherche stand fest, dass ich die Fotografie als Kleingewerbe anmelden möchte. Es war unglaublich viel Schreibkram.

Ganz ehrlich: Es gab Phasen in diesem Jahr, da habe ich gefühlt kaum geschlafen. In meinem Kopf schwirrten so unendlich viele Dinge gleichzeitig herum: Preiskalkulation, Bürokratie, Gewerbeamt, Kameraeinstellungen...

Selbst das Thema Logo hat mich bis in die Nacht verfolgt. Ich habe abends im Bett so lange darüber nachgedacht und hin und her überlegt, bis ich irgendwann mitten in der Nacht aufgestanden bin, mich an den Tisch gesetzt und mein Logo einfach direkt entworfen habe.

Wenn einen die Begeisterung (und die Nervosität) einmal packt, lässt sie einen so schnell eben nicht mehr los!

Zu meinen neuen Aufgaben gehören seitdem weit mehr als nur das Auslösen der Kamera:

  • Büroarbeit & Rechnungsstellung
  • Marketing & Social Media
  • Bildbearbeitung
  • Und natürlich das Fotografieren selbst

Im Grunde mache ich im Nebenerwerb das Gleiche, was ich auch hauptberuflich tue, nur eben mit ganz viel Herzblut rund um die Fotografie.

Portfolio-Aufbau und wunderschöne Momente

Nachdem das Gewerbe angemeldet war, habe ich meine Website aufgebaut. Das fiel mir am Anfang extrem schwer, weil mir gar nicht klar war, wie schwierig der Aufbau eines Portfolios ist, wenn man noch kaum Kundenfotos hat. Die Fotos sind schließlich das wichtigste Aushängeschild.

Wie der Zufall es wollte, fragte mich eine Freundin, ob wir nicht gemeinsam Fotos von ihr und ihrer Familie machen könnten. Ich habe mich riesig gefreut und sie direkt gefragt, ob ich die Bilder für meine Website nutzen darf. Sie willigte ein. Was mich besonders berührt hat: Sie war zu diesem Zeitpunkt schwanger. Mittlerweile durfte ich ihre Familie schon so oft fotografisch begleiten, sogar bei der Taufe und bei weiteren Familienshootings. Die Kleine ist wirklich zum Anbeißen. Es ist mir eine absolute Freude, die Kleinen beim Aufwachsen vor der Kamera zu begleiten.

Was ist in diesem einen Jahr sonst noch alles passiert?

  • Wundervolle Shootings mit anderen kleinen Familien.
  • kleine spontane Einzel-Shootings
  • Fotoshootings an besonderen Location mit tollen Kostümen
  • Der große Ausmarsch bei unserem Schützenverein Ende April. Diesmal war ich mit einer echten Spiegelreflexkamera dabei.
  • Ein wunderschönes Paarshooting an der Zeche Zollverein in Essen. Bei sommerlichen 30 Grad haben wir uns schon um 10 Uhr morgens getroffen. Das harte Licht war eine Herausforderung, aber auf dem riesigen Gelände haben wir traumhafte Plätze im Schatten gefunden.

Mittlerweile konnte ich meine Website komplett neu gestalten und mein Portfolio durch die vergangenen Shootings richtig schön erweitern. Ich habe sogar meine allererste gedruckte Werbung in einem Schützenbuch geschaltet. Da das Buch zum Schützenfest im September offiziell ausgelegt wird, bin ich schon sehr gespannt, was daraus entsteht.

Mein Fazit nach 365 Tagen Selbstständigkeit

Heute, am 15. August 2026, feiert Kathi’s Picture seinen 1. Geburtstag.

Wenn ich heute zu einem Shooting fahre, gibt es kein Zögern mehr, kein Unsicherheitsgefühl und kein Bangen vor den Kameraeinstellungen. Ich weiß genau, was ich tue, wie ich Licht nutze und wie ich dafür sorge, dass sich meine Kunden vor der Linse rundum wohlfühlen.

Aber wisst ihr, was das Schönste an der Fotografie ist? Man lernt niemals aus. Man lernt jeden Tag dazu.

Danke an alle, die mich auf diesem Weg begleitet, mir ihr Vertrauen geschenkt und an mich geglaubt haben. Auf viele weitere Jahre voller wunderschöner Momente und unvergesslicher Augenblicke!

Eure Kathi ❤️

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