Wie ich zu dem Entschluss kam, mich als Fotografin selbstständig zu machen
Ihr möchtet bestimmt wissen, wie ich eigentlich dahin gekommen bin, wo ich heute stehe? Dann erzähle ich euch meine Geschichte sehr gerne!
Aber dafür muss ich ein kleines bisschen ausholen...
Der Auslöser: Warum Momente unbezahlbar sind
Ich habe schon immer unglaublich gerne fotografiert. Doch der eigentliche Auslöser, mich wirklich intensiv mit der Fotografie zu beschäftigen, war ein sehr trauriger: Der Verlust meines Bruders.
Plötzlich wurde mir schmerzhaft bewusst, wie wenig Fotos ich eigentlich von seinem Leben hatte – egal aus welcher Situation. Wir nehmen das Leben so oft als selbstverständlich hin und rechnen nie damit, dass etwas so Schreckliches passiert. Das war mein Hauptgrund, ernsthaft mit dem Fotografieren zu beginnen. Ich wollte anderen zeigen, wie wichtig es ist, das Leben zu genießen und für jede einzelne Minute dankbar zu sein, die man mit der Familie, Freunden oder Haustieren verbringen darf.
Meine Anfänge: Von Papa übernommen & die erste Bridgekamera
Die Liebe zur Fotografie liegt bei uns wohl in der Familie. Mein Papa hat mir früher ab und zu seine Kamera geliehen, bei der man noch richtige Filme entwickeln lassen musste – ach ja, was für eine Zeit!
Irgendwann kaufte er sich eine Digitalkamera, die ihm leider irgendwann herunterfiel und kaputtging. Da er schon immer von einer Spiegelreflex geträumt hatte, diese aber zu teuer war, sparte ich mein Geld zusammen und schenkte ihm zum Geburtstag eine Bridgekamera. Lange behielt er sie allerdings nicht: Er war von seiner alten Lumix so verwöhnt (die drinnen einfach bessere Fotos machte), dass er mir die Bridge schenkte.
Ich habe mich riesig gefreut! Da ich ohnehin am liebsten draußen in der Natur war und Tiere fotografierte, hatte ich unglaublich viel Spaß mit ihr.
Mit der Zeit bekamen die Handys immer bessere Kameras und Auflösungen, sodass die kleine Bridge erst einmal im Schrank wanderte. Meine Handyfotos landeten regelmäßig auf Facebook und Instagram – und plötzlich passierte etwas Magisches: Das Feedback war überwältigend.

Worte, die mein Herz berührten
Im Schützenvereinsheim sprach mich jemand an: „Kathi, warum machst du das eigentlich nicht beruflich? Deine Bilder sehen so toll aus, mach doch mal mehr daraus!“
Ein Freund, dessen Frau verstorben war und der mir auf Facebook folgte, sagte einmal zu mir:
„Mensch Kathi, deine Fotos bringen mich auf andere Gedanken und schenken mir positive Energie.“
Immer wieder spiegelten mir Menschen wider, dass meine Bilder lebendig wirken und eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Da begann es in mir zu arbeiten: Wohin soll meine Reise gehen? Soll das nur ein Hobby bleiben? Ein Nebengewerbe? Wie weit will ich gehen? Fragen über Fragen...

Wissensdurst & kleine Rückschläge
Ich suchte im Internet nach Fotoclubs und Kursen. Fündig wurde ich bei der VHS: Ein Abendkurs zum Thema Smartphone-Fotografie. In diesen wenigen Stunden lernte ich die Basics über Brennweiten, ISO, Schärfentiefe, den Goldenen Schnitt und Bildkomposition.
Ich war voll angezündet! Ich liebe es einfach zu lernen (lächel – ganz im Gegenteil zu meiner Schulzeit damals) und zu lesen. Also kaufte ich mir mein erstes Anfängerbuch über Fotografie. (Dass es nicht bei einem Buch blieb, ist eine ganz andere Geschichte 😉).
Um das Gelernte umzusetzen, holte ich meine alte Bridgekamera wieder hervor. Doch schnell stiess ich an Grenzen: Sowohl das Handy als auch die alte Bridge konnten die Techniken aus den Büchern nicht mehr richtig abbilden. Nach einem weiteren VHS-Kurs zur Porträt-Fotografie war klar: Die alte Kamera hat ausgedient.
Am nächsten Tag stiefelte ich los und kaufte mir eine moderne, spiegellose Systemkamera (DSL) mit zwei Objektiven. Glücklich testete ich sie auf meinem Balkon aus – und war erst einmal komplett überfordert! Ich wusste weder, was eine Naheinstellungsgrenze ist, noch dass man für Nahaufnahmen von Blumen spezielle Objektive braucht. Ich war kurz enttäuscht. Aber Kathi wäre nicht Kathi, wenn sie sich davon aufhalten ließe: Es folgten Fachbücher und der nächste Grundlagenkurs an der VHS!

Der Weg zur Selbstständigkeit
Die folgenden Monate verbrachte ich pausenlos mit Fotografieren, Ausprobieren, Lesen und Umsetzen. Das war mein erster großer Meilenstein.
Und dann kam plötzlich die Frage aller Fragen von jemandem:
„Kathi, fotografierst du eigentlich auch Hochzeiten?“
Puh! Soweit war ich gefühlt noch gar nicht – oder zumindest fühlte ich mich mental noch nicht bereit dazu. Diese Frage ist mittlerweile 1,5 Jahre her, und genau sie war der zweite Meilenstein, der letztendlich den Stein zur Selbstständigkeit ins Rollen brachte.
Was ich euch mitgeben möchte
Warum ich euch meine ganze Geschichte eigentlich erzähle?
Ich finde, jeder Mensch sollte etwas im Leben finden, das ihm von Herzen Freude bereitet, und diese Leidenschaft auch ausleben. Denn das Leben ist viel zu kurz, um es nicht zu tun.
Danke, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet!
Eure Kathi ❤️